Review – Wie Smart Glasses die Arbeitswelt verändern werden

Die deutsche medienakademie (dma) hatte zum eintägigen Workshop auf Schloss Birlinghoven eingeladen und alle waren dem Ruf gefolgt. Auf dem Gelände des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) stellten mittelständische Unternehmen und Weltkonzerne ihre Vision der Zukunft vor, die keineswegs reine Science Fiction ist. Vielmehr zeigten sie Pilotprojekte für die Zukunft, die bereits begonnen hat.

Ekkehart Gerlach, Geschäftsführer der dma, begrüßt die zahlreichen Anwesenden. Jeder der 150 Sitze ist belegt. Er freut sich besonders über die hohe Nachfrage und unterstreicht: „Zu Beginn des Jahres hatten wir ein ähnliches Event mit gerade einmal 40 Anmeldungen.“

SAP Mitarbeiterin stellt Einkauf mit Smartglasses vor

Einkaufen mit Smart Glasses

Dann übergibt er das Wort an Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Köln. Dieser gibt einen Einblick in den status quo des Digitalen Wandels für Köln. So steht bei 70% der deutschen Mittelstandsunternehmen, eben dieser noch immer nicht auf der Agenda. Um weiterhin Kölns Vorreiterposition zu halten und zu kräftigen, müssen auch die Berufsbilder überdacht werden. Die IHK Köln reagiert unter anderem mit der Einführung des Ausbildungsberufes „Social Media Manager“ auf die veränderten Anforderungen an die Wirtschaft.

Lusine Stepanyan und Eckehard Schmidt von SAP stellen ihre Version des Einkaufens von morgen vor. Mittels Datenbrillen wie der Google Glass, soll der Kunde im Supermarkt jede Menge Zusatzinformationen zum jeweiligen Produkt bekommen. Entscheidet er sich zum Kauf, wird der Preis vom direkt verknüpften Guthabenkonto abgebucht und landet in der eigenen Einkaufstüte.

Mitarbeiter von Bayer Healthcare stellt Smart Glasses für den Laboreinsatz vor

Smart Glasses als Helfer im Labor

Georg Berns von der Bayer Healthcare AG zeigt, wie die Arbeit im Labor durch Smart Glasses vereinfacht werden kann. Arbeitsanweisungen und Sicherheitshinweise können einfach auf die Brille projiziert werden. Der Wissenschaftler hat dadurch die Hände für Laborarbeiten frei. Zudem würde die Dokumentation von Versuchsdaten durch die neue Technologie extrem vereinfacht.

Marius Shekow, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des FIT stellt eine völlig neue Dimension der Bauplanung vor. Dazu fährt ein Auto, mit auf dem Dach angebrachten Kameras über das Baugelände. An Board des Wagens befindet sich ein Laptop, auf dem das 3D Modell des Gebäudes gespeichert ist. Der Beifahrer setzt eine Virtual Reality Brille (Oculus Rift) auf, in der das reale Kamerabild mit dem virtuellen Gebäude verschmelzen. Er sieht somit direkt, wie sich das Gebäude in die Umgebung einfügt, lange bevor der erste Spatenstich gesetzt wurde.

Detailansicht der auf dem Autodach montierten Kameras

Detailansicht der montierten Kameras

Das waren nur einige Beispiele der vielfältigen Anwendungen von Smart Glasses. Einige der vorgestellten Lösungen konnten im Hands On nach den Vorträgen vor Ort ausgetestet werden. In Zukunft wird es für Unternehmen wohl immer schwerer werden, an diesem Thema vorbeizukommen. Die Frage ist, ob das überhaupt eine Option sein sollte?

Einsatzmöglichkeiten der Gebäudeplanung von morgen mit Virtual Reality Brillen

Gebäudeplanung mit Virtual Reality Brillen

Ein Auto mit auf dem Dach montierten Kameras

Prototyp des Kameraautos