TEDxKOELN Salon im eco Kubus

TED steht ursprünglich für Technologie, Entertainment und Design. In den frühen 80er Jahren fanden sich viele Wissenschaftler, Speaker, Wirtschaftsexperten und Engagierte aus diesen großen Fachgebieten zum Austausch zusammen. Ihre Vision: Interdisziplinäre Ansätze zum Paradigmenwechsel der Gesellschaft und einer lebenswerte Zukunft beizutragen. Das Spektrum der TED und TEDx Talks hat sich über die Jahre erweitert und bietet eine Themenvielfalt die Menschen regional, national und international bewegen.

„Das spontane Ablehnen einer neuen Erkenntnis durch die etablierte Meinungsführerschaft“, so leitet der Moderator des Abends Matthias Daues den TEDxKoeln Salon ein und nimmt damit Bezug auf das Motto: „You are the Internet. Really?“ Nach einem Video-Grußwort von Chris Anderson (Head of TED), dessen Vision sich mit den Worten: „The more you into it, the more you take out“ zusammenfassen lässt, tritt die erste Sprecherin des Abends auf die Bühne des eco Kubus.

Arzu Uyan von 42DP möchte das Publikum mit dem „Internet of things“ vertraut machen. Das ist, was sie die Zukunft des Internet nennt. Von „alles ist mobil“ hin zu „alles wird smart“ und damit sind nicht nur Smartphones gemeint. Die Kommunikations- und die Arbeitsweise hat sich schon verändert, wir leben schon jetzt eine Selbstverständlichkeit des Internet.
Die Bedürfnisse der Menschen werden in der Zukunft antizipiert werden. Das ist die Vision, das wird Realität, das ist das „Internet der Dinge“! Computer werden verschwinden und durch „intelligente Gegenstände“ ersetzt werden. Diese sind eingebettet in die Dinge die uns umgeben und unterstützen ohne abzulenken oder aufzufallen. Ein digitaler sechster Sinn wird sich entwickeln. Laut einer Prognose von Cisco Systems werden bis 2020, 50 Milliarden dieser Geräte in Gebrauch sein.
In der nächsten Evolutionsstufe tritt die Mensch-Maschine Interaktion in den Hintergrund, Maschinen werden autonom.
Arzu Uyan möchte mit ihrem Vortrag ins Bewusstsein rufen, dass die breite Mehrheit der Bevölkerung zwar technikaffin ist, sich aber der gesellschaftlichen Veränderung nicht bewusst sei. Das Internet befindet sich in einer Übergangsphase. Irgendwann werden alle mobile devices nutzen müssen. Im Privatleben kann das zurzeit noch umgangen werden, in der Arbeitswelt hat man diese Wahl oft schon nicht mehr.

Es folgen Adalbert Rajca und Yaso Pakasathanau die das Startup Ampido betreiben. Ampido ist eine App, die als Marktplatz für das Teilen von Parkplätzen fungiert. Damit könne man den „Parkplatz schon von dem Klo aus buchen“, nehmen sie amüsiert Bezug auf eine Bemerkung ihrer Vorrednerin.
Sie möchten dem Publikum und ihren Kunden klar machen, welche Vorteile sich aus der Idee einer sharing economy ergeben können: Das „Teilen von Dingen und Informationen“ steht im Vordergrund. Weiterhin der effiziente Umgang mit Ressourcen. Das führt immer mehr dazu, dass Nutzung vor Eigentum stehen wird und die Grenzkosten gegen Null gehen. Die deutsche Sharing Landschaft jedenfalls wächst jetzt schon rasant.
Zum Abschluss greifen die beiden das Motto der Internetwoche auf: „Wir sind das Internet, sie sind das Internet, lassen sie es uns angehen“ und beschließen damit ihren Vortrag.

Angekündigt wird Ingo Radermacher als Entscheidungsphilosoph und als der „Klardenker, der uns jetzt hilft Entscheidungen zu treffen“. Sein Gusto: „Klarheit macht Komplexität einfach“.
Er stellt der TEDx Talkgästen daher die vier Prinzipien informatischen Denkens vor. Seiner Meinung nach ist, angesichts der Allgegenwart des Internet, die eigene Entscheidungsfindung massiv bedroht. Jeder von uns wird von vielen Fremd-Meinungen, Foren, Verkäufern etc. beeinflusst. Entscheiden wir noch selbst oder entscheiden andere für uns? Der gewandte Wirtschaftsinformatiker und Software- und IT-Architekt möchte dafür sorgen, dass wir wieder selbst entscheiden und gibt nachvollziehbares Rüstzeug an die Hand.

Jan Kroschinski und Stefan Moll haben eine Mission und die heißt Schamabbau.
Sie entwickelten die Undercover- App, die es einfacher machen soll mit dem Partner über sexuelle Fantasien zu sprechen. Doch zuerst wenden sie sich an das geladene Publikum: Was ist eigentlich „normaler“ Sex? Die einzelnen Praktiken und Fantasien werden per Handzeichen gesammelt. „Wir schienen es hier mit einem unverkrampften Publikum zu tun zu haben“, stellen die Redner begeistert fest. Was wollen die beiden Jung-Unternehmer nun also mit ihrer App erreichen?
Sie wollen vermitteln, dass Sex Spaß macht und dank der App auch wieder unverkrampfte Formen annehmen kann. Die Partnerschaft kann wieder oder überhaupt auf eine intimere Basis gebracht werden.

Der letzte Speaker des Abends, der 20-jährige Philipp Riederle hat sich schon im Alter von 13 Jahren gefragt, wie ein Smartphone funktioniert und das auch selbstständig herausgefunden. Da war er auch schon in der „Teufelsspirale des Internet“ drin, zitiert er die ältere Generation scherzhaft.
Für die Generation Y sei der Zugriff auf das Internet ganz selbstverständlich, konstatiert er weiter. Die Möglichkeit mit der ganzen Welt Kontakt aufzunehmen, der Zugriff auf Information und die Mittel diese zu publizieren. Und es gibt noch einen entscheidenden Unterschied: die jungen Menschen denken nicht darüber nach, sie nutzen intuitiv und selbstverständlich. Sinnierend geht Riederle auf und ab und stellt sich Aufgrund der Thesen die Frage ob wir noch klassische Medien und Unternehmen brauchen? Schlussendlich fragt er: „Wann bestimmen wir unser Leben überhaupt noch selbst?“ Beschwörend ruft Riederle ins Publikum: „Wacht endlich auf, nehmt die Zügel in die Hand“. Dann scherzhaft im Stile von Darth Vader: „Habt keine Angst.“

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