So nah und doch so fern – Christ sein in der Online-Gesellschaft

Am 12. Dezember 2012 setzte Papst Benedikt XVI. seinen ersten Tweet via @Pontifex auf Twitter ab. Papst Franziskus beerbte nicht nur den Heiligen Stuhl, sondern auch den Twitter-Account seines Vorgängers, den er allerdings nicht selber bedient. Er, vertreten durch die vatikanische Pressestelle, erreicht mit den päpstlichen Tweets mittlerweile über sieben Millionen Follower. Franziskus nutzt laut Vatikan keine digitalen Medien, liest aber jeden Tag Zeitung und lässt sich die Fußball-Ergebnisse von einem Schweizer Gardisten berichten.

Nicht so Bruder Paulus Terwitte (Kapuzinermönch, TV-Moderator und 2. Vorsitzender des Katholischen Pressebundes), der gemeinsam mit Prof. Dr. Clemens Skibicki (Wirtschaftshistoriker, Mitbegründer von Convidera und Experte für digitale Transformation) am 20. Oktober über die Frage, wie Kirche eine Online-Gesellschaft mitgestalten kann im Gespräch sein wird.

Mit der Veranstaltung „Like Jesus“ – Glaube einer Online-Gesellschaft?! stößt der Katholische Pressebund eine Diskussion über die Vermittlung christliche Werte in der Online-Gesellschaft an. Nachgedacht werden soll über die Frage, wie es christliche Gemeinschaften und Institutionen schaffen können, ihren gesellschaftlichen Gestaltungsauftrag auch online wahrzunehmen?

Bruder Paulus zeigt, wie christlicher Dialog auch online funktioniert: Er deckt höchst fortschrittlich eine ganze Bandbreite von sozialen Netzwerken ab. Neben der klassischen Homepage betreibt er eine Facebook-Seite, einen Podcast und einen Twitter-Account, der interessanterweise genauso hashtagfrei wie der des Papstes ist. Dort teilt er religiöse und spirituelle Lebensweisheiten, kündigt seine zahlreichen Auftritte an und gibt Denkanstöße.

Wie kommt das Wort Gottes in die Welt?

Auch die Evangelische Kirche machte sich zur Tagung der EKD-Synode in Dresden im Jahr 2014 Gedanken darüber, wie das Evangelium über digitale Kanäle zu kommunizieren sei und veröffentlichte dazu ein Lesebuch.

Der Vatikan nutzt neben Medien wie dem Vatikanischen Fernsehen und einem eigenen Radiosender auch die Mittel der Online-Kommunikation: Fast alle Diözesen und Pfarreien haben eine eigene Webpräsenz. Wichtig für Gläubige in der ganzen Welt ist sicherlich die Tatsache, dass der päpstliche Segen „Urbi et orbi“ auch mittels medialer Übertragung uneingeschränkt gültig ist.

Gestaltet die Kirche durch die Nutzung moderner Kommunikationskanäle die Gesellschaft aktiv mit? Was kann die Kirche zum digitalen Leben beitragen? Fakt ist: Christliche Werte gelten auch online! Ob diese auch einen nachhaltigen Beitrag für die Gemeinschaft leisten können, versucht diese Veranstaltung zu hinterfragen.

Das Gespräch im Dom-Forum wird Silvia Ochlast vom Domradio moderieren.